Friedliches Zusammenleben in der Schweiz ist nur möglich, wenn sich Ausländer – und vor allem die Eltern von schulpflichtigen Kindern – rasch in unsere Gesellschaft integrieren. Integration ist keine Einbahnstrasse und nicht nur Pflicht der Schweizer. Integration ist die Pflicht jeder Ausländerin und jedes Ausländers. Dazu gehört die Pflicht, die deutsche Sprache zu lernen und mit der Schule zusammen zu arbeiten, Elterntage usw. zu besuchen. Wer das nicht tut, verwirkt das Recht, sich mit seiner Familie in der Schweiz aufzuhalten!
Hingegen sind alle Schweizer und Ausländer frei, ihre Religion auszuüben. Solange sie sich an die Rechtsordnung halten und die anderen dabei nicht belästigen. Religionsfreiheit ist ein zentrales Gut der freien Staaten. Ich lasse sie durch einzelne Scharfmacher – egal ob sie Christen oder Muslime sind – nicht wegnehmen. Deshalb dürfen alle ihre religiösen Zeichen tragen – egal ob als ‚gewöhnliche’ Bürgerinnen und Bürger, als Ordensleute, als Christen, Muslime oder als Juden. Der Volksentscheid, den Bau von Minaretten in der Schweiz zu verbieten, ist nun leider Gesetz, aber das Gesetz ist falsch. Es ist so klug wie die Politik in einigen Schweizer Städten im 19. Jahrhundert, die den Katholiken in den protestantischen Städten den Bau von Kirchen untersagte, weil sie diese als Gefahr für ihren Frieden einstuften. Gefährlich ist nicht die Religion, gefährlich sind ihre Fanatiker! Diese gilt es in die Schranken zu weisen. |